Mobiles Schlaflabor für Zuhause
Die Funktion und Störung des Schlafs wird dort gemessen, wo sie Nacht für Nacht passiert: im eigenen Bett. Das mobile Schlaflabor macht das möglich — ohne Klinikaufenthalt und ohne lange Wartezeit.
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Zwei Geräte, zwei Fragestellungen
Im mobilen Schlaflabor stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Welches sinnvoll ist, entscheidet sich in der Erstordination.
| Kleines Schlaflabor | Großes Schlaflabor | |
|---|---|---|
| Gerät | Nox T3 Body Sleep | Nox SAS |
| Verfahren | ambulante Schlafpolygraphie | ambulante Typ-2-Polysomnographie |
| Anlegen der Sensoren | etwa 5 Minuten | etwa 30 Minuten |
| Sinnvoll bei | hoher Vortestwahrscheinlichkeit — klare Zeichen wie Atempausen und Tagesschläfrigkeit | nahezu allen Schlafstörungen, besonders bei unklarem Bild |
| Nächte | 1 bis 2 Ableitungen | je nach Fragestellung |
Die Honorare beider Untersuchungen stehen auf der Ordinationsseite.
Das kleine Schlaflabor
Das kleine Schlaflabor erfasst Intensität und Häufigkeit des Schnarchens, Art und Ausmaß von Atempausen, die Sauerstoffsättigung und die Körperlage, dazu eine indirekte Schlafanalyse über den Nox-Body-Sleep-Algorithmus — insbesondere des REM-Schlafs. Die Messqualität entspricht einer ambulanten Schlaflabor-Untersuchung.
Wann wird das kleine Schlaflabor empfohlen?
Bei möglicher Schlafapnoe mit hoher Vortestwahrscheinlichkeit — also klaren Zeichen wie beobachteten Atempausen und Tagesschläfrigkeit. Es erfolgen ein bis zwei Ableitungen über die Nacht; Sie erhalten in der Ordination eine kleine Tasche mit allen Sensoren des Nox-T3-Aufnahmegeräts, das Anlegen dauert etwa fünf Minuten.
Das große Schlaflabor
Einsatzgebiete
Das große Schlaflabor (Nox SAS) kann bei nahezu allen Schlafstörungen eingesetzt werden. Besonders geeignet ist die Untersuchung bei:
- Schlaflosigkeit (Insomnie)
- nicht erholsamem Schlaf
- Schlaf-Fehlwahrnehmung (paradoxe Insomnie)
- nächtlichen Bewegungsstörungen
- Schnarchen
- schlafbezogenen Atmungsstörungen, etwa der Schlafapnoe
Wann wird das große Schlaflabor empfohlen?
Eine ambulante Typ-2-Polysomnographie wird insbesondere eingesetzt bei:
- komorbider Schlaflosigkeit — also Insomnie zusammen mit einer weiteren Erkrankung
- niedriger Vortestwahrscheinlichkeit für schlafbezogene Atmungsstörungen, also wenn weder Atempausen noch Schnarchen noch Tagesmüdigkeit berichtet werden
- Durchschlafstörungen durch Grübeln oder Gedankenkreisen
- unklaren oder grenzwertigen Ergebnissen einer Polygraphie
So kann differenziert abgeklärt werden, bevor eine stationäre Diagnostik notwendig wird.
Zusätzliche nächtliche Videoanalysen — etwa bei der Frage nach nächtlichen Anfällen oder Parasomnien — sind im mobilen großen Schlaflabor derzeit nicht möglich. In diesen Fällen ist gegebenenfalls eine Untersuchung im stationären Schlaflabor erforderlich.
Anleitung
So legen Sie die Sensoren beim großen Schlaflabor an
Sie bekommen die Einschulung persönlich in der Ordination. Dieses Video zeigt die Handgriffe noch einmal in Ruhe — sehen Sie es sich am besten am Abend der Messung an.
Organisation und Betreuung
Ausgabe und Rückgabe des Geräts erfolgen persönlich in meiner Ordination. Beim Nox SAS dauert das Anbringen der Sensoren zu Hause etwa 30 Minuten. Eine sorgfältige Einschulung durch mich und das Video oben stellen die korrekte Anwendung sicher — das erhöht die Aussagekraft der Messung spürbar.
Vorteile und Grenzen
Wofür das mobile Schlaflabor spricht
- Gemessen wird dort, wo der Schlaf tatsächlich stattfindet
- Vollständige Bewegungsfreiheit im eigenen Wohnbereich
- Höhere Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten
- Kürzere Wartezeiten und damit raschere Therapieeinleitung — Befund am nächsten Tag
- Mindestens gleichwertige Ableitungsqualität wie im stationären Labor
- Entlastung stationärer Einrichtungen
- Längerfristig geringere Kosten durch die ambulante Versorgung
Was dagegen spricht
- Keine durchgehende Überwachung durch Schlaflaborassistenz
- Datenverlust möglich, wenn sich ein Sensor in der Nacht löst
- Derzeit keine Abrechnung über die gesetzlichen Kassen möglich — Privatversicherungen übernehmen die Kosten in der Regel